The Fiber Year 2011

Speicher, Schweiz, und Remscheid, Deutschland, 10. Mai 2011

Die Fiber Year Consulting und Oerlikon Textile kündigen mit Stolz an, dass der neue Bericht ‚Fiber Year 2011’ im Mai 2011 veröffentlicht wurde. Er setzt eine Reihe von Veröffentlichungen über die weltweite Textil- und Nonwovenindustrie fort, die zu Beginn des 21. Jahrhunderts begann, nachdem Akzo entschieden hatte, diesen Service einzustellen, den das Unternehmen mehr als drei Jahrzehnte lang erbracht hatte.

Aufgrund von Änderungen im vergangenen Jahr ist der neue Bericht nun zu einem Preis von CHF490.– zum Kauf erhältlich bei www.thefiberyear.com

Im Jahr 2010 hat die Welttextilindustrie das kräftigste Wachstum in fünfundzwanzig Jahren erlebt. Die Herstellungsmengen von Natur- und Chemiefasern schossen um 8,6% oder 6,4 Millionen Tonnen in die Höhe auf nun 80,8 Millionen Tonnen. Dies entspricht einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 11,8 kg.

Demnach steht einem durchschnittlichen jährlichen Faseranstieg von 3,4% in diesem Jahrzehnt ein jährliches Bevölkerungswachstum von 1,2% im gleichen Zeitraum gegenüber.

Während die Segmente Zellulose- und Synthetikfasern beide zweistellige Zuwachsraten zu verzeichnen hatten, lag der Anstieg bei den Naturfasern bei bescheidenen 2,2% Zuwachs.

Alle wichtigen Chemiefasern, mit Ausnahme von Acrylfasern, wuchsen mit zweistelligen Zuwachsraten. Der Anstieg bei technischen Filamentgarnen aus Polyester betrug sogar spektakuläre 37%. Viskosefasern erzielten einen Rekordzuwachs von 17%.

Eine historische Preisexplosion für Baumwolle mit einem neuen absoluten Höchststand am 21. Dezember bei 186 US-Cent pro Pfund, mehr als eine Verdoppelung seit August, hat zu einem generellen Anstieg der Faser-Rohmaterialpreise geführt. Bis zu einem gewissen Grad hat sie auch den Einsatz von Konkurrenzfasern zu vergleichsweise niedrigeren Kosten begünstigt.

Darüber hinaus hat die Welttextilindustrie klar erkannt, dass die Zeiten billiger Baumwolle offensichtlich vorüber sind. Es wird vorausgesagt, dass die Baumwollvorräte unter dem Langzeitdurchschnitt bleiben werden, und ein Ausblick in die Zukunft ist eher bedrückt. Zwar wird erwartet, dass die Anbaufläche in der nächsten Saison stark ausgeweitet wird, so dass es dann eine ertragreiche Ernte geben dürfte, dennoch ist eine weitere Ausweitung durch die Begrenzung landwirtschaftlicher Nutzflächen zur Sicherung der Versorgung mit Lebensmitteln und Wasser stark eingeschränkt. Daher werden zwei Faserarten die besten Wachstumsvoraussetzungen haben – Polyester und Viskose.

Ein anderer Wachstumsmotor, wenn auch vergleichsweise klein, was die Mengen angeht, werden Karbonfasern sein. Diese technologisch hoch entwickelten Fasern werden auch in den nächsten Jahren weiterhin für zweistellige Wachstumsraten sorgen. Zukunftsweisende Entwicklungen in der Luftfahrt- und Automobilindustrie können eine weitere Nachfrage anregen.

Der schnelle Anstieg der Nachfrage im vergangenen Jahr war vor allem das Ergebnis der weltweiten wirtschaftlichen Erholung. Steigende Einkommen, niedrigere Arbeitslosenzahlen und ein gewachsenes Verbrauchervertrauen haben zu höheren Ausgaben für Kleidung und einer gestiegenen Nachfrage nach technischen Textilien in wichtigen Branchen geführt.

Dadurch haben textile und industrielle Anwendungen ein ermutigendes Wachstum verzeichnet. Ein kleiner Schönheitsfehler war das Ergebnis in der Teppichindustrie, die noch unter der Finanzkrise litt, die wirtschaftliche Erholung hinkte hier ein wenig hinterher.

Das Ergebnis im vergangenen Jahr wurde jedoch mehr und mehr durch stetig steigende Inflationsraten in Schwellenländern belastet, und zwar insbesondere durch höhere Lebensmittelpreise und Energiekosten. Einerseits kann dies einen erneuten Anstieg der Löhne hervorrufen. Andererseits hat es definitiv zu steigenden Investitionen in neue Maschinen geführt. Wir haben überdurchschnittliche Installationsraten von neuen Maschinen in der Baumwoll- und Chemiefaserspinnerei sowie in der Verarbeitung beobachtet. Anstatt Einnahmenüberschüsse anzusparen, schien es reizvoller zu sein, diese als Betriebskapital zu nutzen und neue Anlagen zur Expansion oder Modernisierung zu kaufen.

Der weltweite Textilmaschinenbau war auf diesen plötzlichen Auftragsansturm nicht vorbereitet. Dies führte zu verlängerten Lieferzeiten, die weit über dem normalen Niveau lagen. Ein außergewöhnlich hoher Auftragsbestand scheint zwar zunächst eine gute Nachricht zu sein, kann aber auch zu einer außergewöhnlichen Neuausrichtung für die dringend benötigte Nachfrage nach Investitionsgütern führen.

Daher wurde auch ein beträchtlicher Anstieg im Handel mit Gebrauchtmaschinen beobachtet. Eine erste Welle des Handels mit Gebrauchtanlagen machte sich um die Abschaffung der Textilquoten herum bemerkbar. Zu diesem Zeitpunkt gingen die Maschinen aus der westlichen Hemisphäre in Richtung Osten. Zurzeit gibt es gerade eine starke Bewegung innerhalb des asiatischen Raums.

Der Investitionsboom liefert die Grundlage zu der Annahme, dass die Marktteilnehmer bezüglich der zukünftigen Geschäftsentwicklung zuversichtlich sind. Verbunden mit dem erwarteten guten Wirtschaftswachstum sollte sich der Anstieg des Verbrauchs an Textilien im Jahr 2011 fortsetzen.

Für weitere Informationen:

Andreas W. Engelhardt
The Fiber Year GmbH
info@thefiberyear.com
Tel: +41 71 450 06 82
Mobil: +41 79 952 41 50

oder

André Wissenberg
Oerlikon Textile
andre.wissenberg@oerlikon.com
Tel: +49 2191 67 23 31
Mobil: +49 151 14 65 05 21

Ab Ende Juni wird die chinesische Version des Fiber Year 2011 zum kostenfreien Download auf der Oerlikon Textile Website angeboten.

The Fiber Year 2011